"Du bist immer so sehr auf das fokussiert, was du noch nicht geschafft hast. Aber hast du eigentlich mal richtig hingeschaut, was du alles allein erreicht hast?"
Dieser eine Satz meines Partners war wie ein Stoppschild in meinem Gedankenkarussell. Und gleichzeitig ein Geschenk.
Ich bin ein Mensch, der viel will. Der immer weiterdenkt, neue Projekte plant, Ziele verfolgt. Und oft – zu oft – vergesse ich dabei, wie weit ich eigentlich schon gekommen bin.
Der Blick nach vorn – Fluch und Segen
Ziele zu haben, ist wichtig. Sie treiben uns an, geben Struktur, motivieren uns. Doch wenn man immer nur nach vorn schaut, passiert etwas: Man verliert den Blick für das, was ist. Für das, was war. Für das, was man bereits geleistet hat.
Ich saß also da, mitten in einem dieser Gespräche, in denen ich von neuen Ideen, Plänen, Herausforderungen sprach – und gleichzeitig das Gefühl hatte, noch nicht genug zu sein. Noch nicht genug erreicht zu haben.
Mein Partner hörte geduldig zu. Und sagte dann mit ruhiger Stimme:
„Weißt du eigentlich, was du in den letzten 12 Monaten alles alleine geschafft hast?“
Ich war kurz still. Und dann begann ich, innerlich aufzuzählen…
Was wirklich zählt: Der Rückblick
🔸 Gründung der SingleElternhilfe
Ein Herzensprojekt, das aus meiner eigenen Geschichte entstanden ist. Weil ich weiß, wie es ist, plötzlich allein mit Kindern dazustehen. Ohne Netz, ohne doppelten Boden. Ich wollte einen Raum schaffen, in dem sich Alleinerziehende gesehen fühlen. In dem sie nicht nur Informationen, sondern echte Unterstützung finden.
🔸 Sprung in die Selbständigkeit
Mit dem Mut, meine langjährigen Erfahrungen als Assistentin, Online Marketing Managerin und Organisatorin in ein Business zu verwandeln, das anderen Unternehmer:innen den Rücken freihält – damit sie wachsen können. Ich übernehme Aufgaben im Backoffice, im Marketing, in der Strukturierung – damit mehr Raum für Visionen bleibt.
🔸 Auch mit 47 noch eine Weiterbildung begonnen
Während andere vielleicht abends Netflix schauen, habe ich gelernt. Mich entwickelt. Mich tief in Themen eingearbeitet, die für meine Kund:innen und meine Projekte wichtig sind:
Online Marketing Management
Künstliche Intelligenz
SEO
Vertriebs- und Marketingstrategien
🔸 Autorin mehrerer Bücher
Texte, die Mut machen. Die stärken. Die echte Einblicke geben. Und das aus dem echten Leben – nicht theoretisch, sondern aus der gelebten Realität einer alleinerziehenden Mutter.
🔸 Ein bisschen Pressearbeit – so nebenbei
Neben all dem bin ich Teil der örtlichen Presse.
🔸 Vor allem bin ich Mutter.
Allein. Ohne Vater der Kinder. Kein Besuch, keine Unterstützung. Ich bin da – Tag für Tag. Ich kümmere mich, wenn sie krank sind. Tröste. Unterstütze. Stärke. Bin da, wenn die Schule ruft. Wenn Sorgen drücken.
🔸… und das “bisschen Haushalt” – ohne Haushaltshilfe.
Was oft selbstverständlich klingt, ist es nicht. Denn Wäsche wäscht sich nicht von allein. Essen kocht sich nicht von selbst. Einkaufen, Putzen, Planen, Organisieren – das alles passiert nebenbei. Und es passiert durch mich.
Warum wir manchmal jemand anderen brauchen, um das zu sehen
Als ich all das aufgezählt hatte, saß ich erstmal schweigend da.
Nicht aus Überheblichkeit. Sondern aus Demut. Aus Dankbarkeit. Und aus dem ehrlichen Gefühl heraus: Ja, verdammt – ich habe verdammt viel geschafft.
Oft sind es andere Menschen, die uns den Spiegel vorhalten müssen.
Die uns zeigen, was wir im Alltagsrauschen übersehen.
Denn wir sind so daran gewöhnt, stark zu sein, durchzuziehen, zu funktionieren – dass wir vergessen, wie viel Kraft wir eigentlich aufbringen. Jeden Tag.
Warum dieser Blog auch für dich ist
Ich schreibe das nicht, um mir selbst auf die Schulter zu klopfen.
Ich schreibe das, weil ich glaube, dass du das vielleicht auch brauchst.
Dass du vielleicht auch jemand bist, der immer weitermacht, sich anstrengt, kämpft – und dabei vergisst, hinzuschauen. Auch wenn dein Ex versucht dir einzureden, dass du nie etwas auf geschafft hast – lass ihn reden, meist hörst du hier nur den puren Neid. DU bist Mutter und das ist verdammt viel!
Schau mal zurück.
Was hast du im letzten Jahr geschafft?
Welche Herausforderungen hast du gemeistert, ohne Applaus?
Welche stillen Siege hast du gefeiert, allein, mit Tränen in den Augen?
Du musst keine Firma gegründet, kein Buch geschrieben oder Weiterbildungen abgeschlossen haben.
Vielleicht hast du ein Kind durch eine schwierige Zeit begleitet.
Vielleicht hast du einen schweren Verlust verarbeitet.
Vielleicht hast du dich endlich um dich gekümmert – nach Jahren der Selbstaufgabe.
Was auch immer es ist: Es zählt.
Du bist nicht allein – aber du darfst stolz auf dich sein
Wir leben in einer Gesellschaft, in der Leistung oft an messbare Erfolge gekoppelt wird. An Titel. Umsätze. Abschlüsse.
Aber ich glaube: Wahre Leistung zeigt sich im Alltag. Im Dranbleiben. Im Wiederaufstehen. Im Kümmern. Im Gestalten.
Ich sehe dich.
Ich sehe dich, wenn du morgens aufstehst, obwohl du müde bist.
Wenn du Entscheidungen triffst, die niemand sieht.
Wenn du dein Leben neu ordnest, Stück für Stück.
Und ich wünsche dir – von Herzen – jemanden an deiner Seite, der dich erinnert.
Der sagt: “Du bist weiter, als du denkst.”
So wie mein Partner es bei mir getan hat.
Was du jetzt tun kannst
Nimm dir heute 10 Minuten.
Setz dich hin – mit einem Tee, einem Zettel, einem Stift.
Und schreib auf, was du in den letzten 12 Monaten geschafft hast.
Nicht was du noch tun musst.
Nicht was besser hätte laufen können.
Sondern was du geschafft hast – trotz allem.
Und dann lies es dir laut vor.
So, als würdest du einer Freundin Mut machen.
Denn das bist du dir selbst schuldig:
Stolz auf dich zu sein.
Danke fürs Lesen. Wenn du magst, teile diesen Beitrag mit jemandem, der sich auch mal wieder bewusst machen darf, wie stark er ist. 💛